
Die Bundeswehr arbeitet an einer europäischen Alternative zu Palantir.
Christoph Reichwein/picture alliance via Getty Images
- Das IT-Systemhaus BWI prüft Angebote von 30 Unternehmen für eine mögliche europäische Alternative zu Palantirs Maven-System.
- Hensoldt und Helsing entwickeln mit MDOCore ein System, das Sensordaten bündelt und Soldaten mithilfe von KI konkrete Handlungsempfehlungen geben soll.
- Deutschland setzt auf eigene Verteidigungssoftware, weil bei amerikanischen Systemen wie bei dem von Palantir Bedenken wegen Souveränität und Interoperabilität bestehen.
Die Bundeswehr testet derzeit mögliche Systeme, um mögliche Angriffs-Daten verabeiten zu können. Das IT-Systemhaus BWI prüft derzeit Angebote von 30 Unternehmen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Die meisten davon sollen aus Deutschland kommen. Die Bundeswehr peile dabei das zweite Quartal 2027 für einen ersten Prototypen an, wie die Zeitung unter Verweis auf Thomas Daum, Inspekteur Cyber- und Informationsraum, berichtet.
Der Vizeadmiral rechne zudem mit einer vollständig einsatzfähigen Lösung bis Mitte 2028. Die Bundeswehr reagiere mit ihren Plänen auch auf Souveränitätsbedenken bei der Nutzung amerikanischer Software. Konkrete Bedrohungsszenarien wie mögliche Drohnenangriffe erhöhen die Dringlichkeit.
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Palantirs Maven Smart System (MSS) soll hingegen bei der Anbieter-Auswahl ausgeschlossen sein. Verbündete wie die USA und Großbritannien nutzen das System bereits. Verteidigungsminister Boris Pistorius habe die Notwendigkeit europäischer Eigenständigkeit bei Verteidigungssoftware noch im Juli betont.
Deutsche und französische Unternehmen im Rennen
Die Unternehmen Hensoldt und Helsing entwickeln gemeinsam das System MDOCore, das gerade getestet werde. Auch der französische Anbieter Chapsvision soll zu den möglichen Anbietern zählen. Deutschland und Frankreich wollen zudem gemeinsam an Arcadia arbeiten – auch einer möglichen Antwort auf das amerikanische Maven-System.
Laut „Handelsblatt“ sammelt MDOCore Informationen von verschiedenen Sensoren und Waffensystemen. Das System soll daraus ein sofort nutzbares Lagebild für Soldaten erstellen. Die KI-Komponente von Helsing soll den Soldaten konkrete Handlungratschläge liefern.
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Das Systen vermeide große, ungenutzte Datenspeicher. Der amerikanische Ansatz beruhe hingegen auf deutlich größeren Datenmengen ohne vorherige Filterung.
NATO nutzt Palantir – mit Vorbehalten
Die Nato hingegen hat einen Vertrag mit Palantir für das Maven-Smart-System abgeschlossen. Das System habe im März 2025 volle technische Einsatzbereitschaft erreicht. Einzelne Mitgliedstaaten sollen allerdings ethische Bedenken bezüglich der Maven-Eigentümer geäußert haben.
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Parallel zu den Nato-Systemen wurde in der Ukraine ein eigenes System entwickelt. Delta sei mit Unterstützung von Nato-Experten entstanden und arbeite interoperabel mit anderen Systemen. Es integriert Echtzeitaufklärung, Drohnenvideos und Sensordaten. Deutschland soll inzwischen Zugang zu Delta-Daten erhalten haben und darf damit laut „Handelsblatt“ eigene KI-Tools trainieren.
sf




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