Foto: Sky Deutschland
Zum Start der laufenden Rechteperiode, die Mitte 2025 begann, setzte die Deutsche Fußball Liga (DFL) gemeinsam mit den Live-Partnern neue und innovative Ideen um. Auf dem Sports Innovation Summit in Düsseldorf gab Charly Classen, Executive Vice President Sport von Sky Deutschland, Einblicke, warum das offenbar auch dringend nötig war.
Wie die Fußballübertragung von morgen aussehen könnte, das erlebten Besucher einer Fachmesse namens Sports Innovation Summit am Donnerstag in Düsseldorf. Parallel zur Messe fand im Düsseldorfer Fußballstadion ein Junioren-Spiel statt – das sehr aufwändig und mit zahlreichen technischen Neuerungen übertragen wurde. Eine auch im Livebild eingesetzte Schiedsrichter-Kamera sowie eine ständig um dem Platz fliegende Drohne waren nur zwei der technischen Neuerungen. Neue Möglichkeiten von 3D-Abbildungen von Szenen, noch mehr Daten und neue fahrbare Kameras an der Seitenlinien rundeten die innovative Übertragung ab.
Neue Nähe
In der Halbzeitpause gab es für die Messebesucher einen viertelstündigen Talk mit Sky-Executive Vice President Sport, Charly Classen. Er betonte in dem Interview mehrfach, wie wichtig es sei, „die Geschichte“ des Spiels noch besser zu erzählen. Mit Beginn der neuen Rechteperiode 2025 bis 2029 haben die Live-Sender neue Möglichkeiten erhalten, noch näher an die Protagonisten heranzurücken. Seien es Superflash-Interviews nur Sekunden nach Spielende bei ausgewählten Leuchtturmspielen, regelmäßige Interviews mit Startelf-Spielern direkt nach der Busankunft oder die Möglichkeit, Aufsager in den Kabinen der Klubs zu produzieren – das Fernsehen und somit der Fan auf dem Sofa soll noch enger, noch unmittelbarer an das Geschehen rücken.
Lob für die neue RefCam
Offenbar dringend notwendig: Classen überraschte in Düsseldorf mit der Aussage, das Interesse an Fußball habe stagniert, es sei „gedämpft“ gewesen. Es sei „unsere Aufgabe, das zu verbessern.“ In der Tat sind Experten schon eine ganze Zeit der Meinung, dass andere globale Sportarten, etwa die Formel 1, unmittelbarere Zugänge zu den Akteuren biete. Der Fußball in Deutschland hat sich bisher nur ein bisschen in diese Richtung bewegte. Classen lobte etwa Innovationen vom Klassiker Dortmund gegen Bayern am Wochenende. Dazu gehörte nicht nur, dass der Fan das Audiosignal aus dem Spielertunnel übermittelt bekam, sondern auch die RefCam, die etwa das Tor von Joshua Kimmich aus perfekter Perspektive einfing. Classen fragte nun in Düsseldorf, was wäre, wenn die Kamera nicht nur Bilder liefere, sondern es auch noch Ton dazu gäbe? N“icht nur die Bilder, sondern auch das Audio dazu. „Das erhöht die Dramaturgie enorm.“ Classen forderte, eben immer noch einen Schritt weiter zu gehen.
Mit der laufenden neuen Rechteperiode zeigte sich Classen zufrieden. 42 Prozent aller konsumierten Bundesliga-Sehminuten würden bei Sky laufen, stellte er in den Raum. „Es funktioniert, was wir machen.“ Investitionen in den Livesport seien für Sky, so sagte es Classen, heute wichtiger denn je. Sky Sport sei entsprechend ein „Schlüsseltreiber“ des Geschäfts. Der Klassiker Dortmund gegen Bayern sei „unglaubliche Werbung“ für den Sport gewesen. Und dennoch will er sich mit dem Status Quo nicht zufrieden geben, denn Verbesserungen gäbe es immer. Etwa auch bei den spektakulären Drohnenaufnahmen, die Branche und Fans während der Olympischen Winterspielen in Italien, begeisterten. Classen erwähnte etwa die, die bei den Bob-Wettbewerben im Eiskanal stattfanden. „Sie waren unglaublich, aber der Sound hat noch etwas gestört. Also muss man es noch weiter verbessern.“
Einige Ideen, die nun auf der Sports Innovation getestet wurden, dürften in den kommenden Jahren in Serie gehen. Die Schlagrichtung ist klar: Spielszenen sollen schneller noch besser aufgelöst werden – und der Fan auf dem Sofa stets noch näher dran sein. Es wird also nicht die letzte Kameradrohne gewesen sein, die über ein Fußballfeld geflogen ist.
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